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  • Markus Föhn

Nein, Offline-Marketing ist NICHT tot!

Du kannst online sein, wo du willst - überall sind sie schon da, die digitalen Marketinggurus. Meist sind sie in den Zwanzigern und haben schon sooo viel Erfolg gehabt. Und nun wollen sie uns zeigen, wie man dieses "Büsiness" adaptieren und skalieren, seine Zahlen frisieren und viel Geld kassieren kann. Auf LinkedIn musst du dir schon fast Gedanken machen, wenn dich nicht täglich einer dieser Experten akquisiert.


Ich frag mich dann jeweils schon, mit welchem Zufallsgenerator die ihre Zielgruppe zusammengemischelt haben. Man muss auf jeden Fall ziemlich ausgehungert sein, wenn man mich als Kunden gewinnen will.


Der gute alte Weg zum Kunden hat sich nicht einfach verdigitalisiert. Nein, es gibt ihn noch. Und es gilt für uns, die richtigen Werkzeuge zur richtigen Zeit einzusetzen.

Nehmen wir Kurt (Name geändert), einen Elektroinstallateur mit Zusatzausbildung und Fokus auf Solaranlagen. Er denkt schon intensiv drüber nach, wer seine Kunden sein könnten und wie er sich bei denen bekannt machen kann. Für eine Solaranlage brauchst du erst mal Wohneigentum. Dann möchte er keine stundenlangen Anfahrtswege, sucht also im Umkreis von 30 Minuten Fahrzeit seine Kunden.

Wie kann man nun solche Menschen erreichen?

Die Lösung bietet die gute alte Schweizer Post. Mittels unadressierter Werbung lassen sich Hausbesitzer gezielt ansprechen.


Wir wissen wen. Wir wissen, wie. Fragt sich also nun, womit. Anbieten tut sich hier ein uralter Bekannter: Das Flugblatt oder auf neudeutsch der Flyer. Der Inhalt ergibt sich aus dem Ziel: Sich einer neuen Zielgruppe vorstellen. Nur ist das relativ langweilig. Niemand bestellt eine Solaranlage für 50 kCHF aufgrund eines Flyers. Somit ist ein Kniff gefragt (oder wie die Gurus von oben sagen würden, ein "Hook"). Verschenk den Leuten etwas. Hol sie so ins Boot.


Genau das haben wir gemacht. Mit dem Angebot einer Gratisberatung, wo der Fachmann sich die Immobilie anschaut und den Status Quo sowie die Möglichkeiten mit dem Eigentümer bespricht. Diese Beratungsgespräche sind für den Eigentümer kostenlos, der Berater erhält seinen Aufwand vom Kanton vergütet.



(Bild: Ausschnitt Flyer)


Was ist passiert? Es wurden ca. 1500 Flyer versandt. Daraus ergaben sich bisher 10 Beratungsgespräche. Durch diese Gespräche wird der Elektroinstallateur als Experte positioniert und gewinnt das Vertrauen des möglichen Kunden. Die Vergütung des Kantons deckt die Werbekosten und den Aufwand. Ist doch nett soweit, nicht?


Das war es auch. Bis heute die Email kam. "Dieser Auftrag wurde durch die Flyer Aktion ausgelöst. Freude herrscht!" In der Beilage eine Auftragsbestätigung im mittleren fünfstelligen Bereich. Bam! Das klassische alte Marketing hat zugeschlagen!

Damit ist das Potential der Aktion noch lange nicht ausgeschöpft. Flyer werden auch mal behalten bei latentem Bedarf. Da kann ein Anruf auch mal 3 Monate nach dem Versand kommen. Weiter wurde die Aktion zweitverwertet in einem regionalen Mitteilungsblatt mit ca. 2000 Kontakten. Auch hier ist das Resultat noch offen.

Fazit so far: - Bekanntheit gesteigert? Check. - Werbekosten wieder eingespielt? Check. - Auftrag generiert? Check.


Es geht in diesem Beispiel nicht darum, dass Onlinewerbung etwa schlecht wäre. Alles zu seiner Zeit. Wir werden die Aktion als Drittverwertung nun auch noch auf Social Media online stellen. Sollten sich dann noch weitere Erfolge einstellen, freuen wir uns einfach weiter. Doch bedenke, liebe*r Leser*in: Einen Flyer kann man nicht wegklicken. Und es gilt immer noch der uralte Spruch "You can't email a handshake".


Die Office Helpers wünschen weiterhin frohes Marketen. Ob online oder offline - einfach mit Liebe.

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