SEO und LLMs – Wohin die Reise geht
- Markus Foehn

- 17. Nov. 2025
- 7 Min. Lesezeit
Was sich verändert – und was du als KMU jetzt konkret tun (und lassen) solltest
Künstliche Intelligenz und Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Claude, Perplexity oder Gemini verändern gerade massiv, wie Menschen nach Informationen suchen – und wie Suchmaschinen Ergebnisse ausspielen.
Für dich als KMU, Start-up oder Solo-Business in der DACH-Region ist das gleichzeitig Chance und Risiko:
Chance, weil gute, klare Inhalte sich stärker durchsetzen können – auch ohne riesiges Marketingteam.
Risiko, weil viele Unternehmen in blinden Aktionismus verfallen und unbewusst ihre eigene Sichtbarkeit verschlechtern.
In diesem Beitrag erfährst du:
Was sich durch KI im Suchverhalten und in Suchmaschinen wirklich ändert
Wie LLMs Websites „lesen“ und was sie daran mögen
Konkrete Anwendungsbeispiele für den sinnvollen KI-Einsatz im SEO
Typische Fallstricke und Fehler im Umgang mit KI-Content
Wie eine realistische SEO-Strategie im KI-Zeitalter für dich aussehen kann
1. Was sich durch KI im Suchverhalten verändert
Früher war der Weg relativ klar:
Jemand tippt 2–3 Keywords bei Google ein
Google zeigt eine Liste mit Links
Man klickt sich durch die Ergebnisse
Heute sieht das anders aus:
Menschen formulieren ganze Fragen, nicht nur Schlagworte
Sie nutzen neben Google auch ChatGPT & Co. als „Berater“
Suchmaschinen selbst zeigen immer mehr KI-generierte Antworten direkt auf der Suchergebnisseite
Typische Anfragen heute:
„Welche Agentur kennt sich mit Wix in der DACH-Region aus?“
„Wie mache ich meine bestehende Website SEO-fit, ohne alles neu zu bauen?“
„Was bringt SEO einem kleinen Handwerksbetrieb wirklich?“
Das bedeutet:
Informationen müssen verständlich und gut erklärbar sein
Seiten, die nur aus Keyword-Listen und austauschbaren Texten bestehen, verlieren an Relevanz
Kontext wird wichtiger als einzelne Keywords
2. Wie LLMs Websites „lesen“ – und was sie daran mögen
LLMs funktionieren anders als klassische Ranking-Algorithmen – aber sie brauchen ähnliche Basis-Signale.
Was LLMs mögen
Klare Positionierung
Wer bist du?
Was bietest du konkret an?
Für wen arbeitest du?
Fragen & Antworten
FAQ-Bereiche
Blogartikel, die echte Kundenfragen beantworten
klar strukturierte Inhalte mit H2/H3-Zwischenüberschriften
Konsistenz über alle Kanäle
Website, Branchenverzeichnisse, Social Profile, Marktplätze erzählen dieselbe Geschichte
keine widersprüchlichen Rollen („Full Service für alles“ hier, „spezialisierte Nische“ dort)
Strukturierte Daten
Damit sagst du Maschinen explizit: „Das hier ist meine Firma / mein Angebot / diese Fragen beantworte ich.“
Was LLMs verwirrt
Widersprüchliche Signale (z. B. alte Leistungen, die gar nicht mehr angeboten werden)
generische KI-Texte ohne klare Aussagen
unstrukturierte Seiten ohne erkennbare Hierarchie
Inhalte, die an der Zielgruppe vorbeigehen und keine konkrete Frage beantworten
3. Konkrete Anwendungsbeispiele: Wie du KI sinnvoll für SEO nutzen kannst
KI ist nicht dein Gegner – sie kann ein richtig hilfreiches Werkzeug sein. Hier ein paar praxisnahe Beispiele, wie du KI im Alltag nutzen kannst, ohne dir ins eigene SEO-Bein zu schiessen.
Beispiel 1: Themen- & Fragenrecherche
Ausgangslage: Du bist z. B. Webagentur, Berater:in, Kanzlei, Praxis oder Handwerksbetrieb. Du weisst, dass Content wichtig ist, aber dir fehlen Themenideen.
So kannst du KI nutzen:
Sammle typische Fragen deiner Kund:innen aus:
E-Mails
Telefongesprächen
Offert-Anfragen
Beratungsterminen
Füttere diese Fragen in ChatGPT & Co. und lass dir:
verwandte Fragen,
Synonyme,
Themencluster vorschlagen.
Dein Mehrwert:
Du bekommst eine Landkarte von Fragen, die deine Zielgruppe wirklich bewegt
Daraus lassen sich Blogartikel, FAQ-Bereiche und Leistungsunterseiten ableiten
Wichtig: Du lässt dich inspirieren, KI schreibt nicht blind alles vor.
Beispiel 2: Struktur & Gliederung von Inhalten
Viele tun sich schwer mit: „Wie baue ich einen guten Artikel auf?“
So kann KI helfen:
Gib kurz dein Thema und deine Zielgruppe an, z. B.:
„Ich bin Dienstleister:in im B2B-Bereich. Bitte mach mir eine Gliederung für einen Artikel ‚Onepager oder mehrseitige Website?‘ für KMU in der DACH-Region.“
KI schlägt dir eine Gliederung vor
Du passt diese an deine Realität, Beispiele und deinen Ton an
Dein Mehrwert:
Du startest nicht auf der „weissen Seite“
Du behältst trotzdem die inhaltliche Kontrolle
Beispiel 3: Content überarbeiten – statt ihn komplett generieren zu lassen
Statt Texte komplett von KI schreiben zu lassen, kannst du:
bestehende Texte einfügen und darum bitten,
Fachbegriffe einfacher zu erklären
Beispiele zu ergänzen
Übergänge zu verbessern
Wiederholungen zu reduzieren
KI bitten, die Sprache anzupassen, z. B.:
„Bitte in Du-Form, klar, konkret, nicht zu werblich.“
Dein Mehrwert:
Du bleibst inhaltlich Autor:in
KI hilft bei Verständlichkeit, Struktur & Stil
Das Risiko sinkt, dass deine Inhalte generisch oder unpassend klingen
Beispiel 4: Meta-Titel, Beschreibungen & Snippets
Ausgangslage: Du hast einen guten Blogartikel, aber haderst mit Titel und Description.
So kann KI helfen:
Text oder Zusammenfassung in KI einfügen
konkret bitten um:
„Erstelle mir 5 Vorschläge für Meta-Titel (max. 60 Zeichen) und 5 Meta-Descriptions (max. 160 Zeichen) für diesen Artikel. Zielgruppe: KMU in der DACH-Region.“
Dein Mehrwert:
Du bekommst Varianten mit unterschiedlichen Winkeln
Du wählst, kombinierst oder verfeinerst
SEO bleibt von dir gesteuert, wird aber effizienter
4. Fallstricke: Wo KI deinem SEO eher schadet
Wo KI hilft, kann sie natürlich auch schaden. Viele Unternehmen tappen gerade in typische Fallen.
Fallstrick 1: Massenhaft KI-Texte ohne echten Mehrwert
„Wir lassen einfach alle Blogbeiträge von KI schreiben, dann haben wir schnell viel Content.“
Problem:
Die Texte klingen austauschbar
Es fehlen deine eigenen Erfahrungen, Beispiele, Geschichten
KI recycelt häufig Standardwissen, das es schon tausendfach gibt
Risiken:
Deine Website wirkt beliebig
LLMs sehen dich nicht als eigene Quelle, sondern als eine von vielen
Mittelfristig können Rankings und Sichtbarkeit leiden
Besser:
KI als Co-Autorin, du als Hauptautor:in
Eigene Cases, Namen, Situationen und Learnings einbauen, die KI nicht kennt
Fallstrick 2: Alte Positionierung nicht bereinigen
Klassische Situation:
Früher hast du vielleicht ganz andere Leistungen angeboten als heute, z. B. eher allgemeine Büro-/Assistenz- oder klassische Offline-Themen
Inzwischen bist du viel stärker spezialisiert – z. B. auf Webdesign, Beratung, Coaching, eine bestimmte Branche oder Technologie
Im Netz existieren aber weiterhin:
alte Profiltexte in Portalen & Verzeichnissen
frühere Leistungsbeschreibungen auf Unterseiten
alte Social-Media- oder Marktplatz-Profile
LLMs ziehen all diese Informationen zusammen und erzeugen daraus ein Gesamtbild.Wenn dieses Bild widersprüchlich ist, wirst du:
entweder falsch einsortiert („macht von A bis Z alles Mögliche“)
oder gar nicht klar einem Themenfeld zugeordnet
Besser:
Alte Inhalte aktiv aufspüren (Google-Suche, Verzeichnisse, Social-Media-Profile)
Texte und Kategorien aktualisieren oder Einträge löschen lassen
Auf deiner Website die Veränderung neutral erklären, z. B.:
„Unser Angebot hat sich im Lauf der Jahre weiterentwickelt. Früher lagen unsere Schwerpunkte stärker im Bereich X, heute sind wir auf Y spezialisiert.“
So versteht auch eine KI: Frühere Leistungen = Historie, aktuelle Spezialisierung = Gegenwart.
Fallstrick 3: Blindes Vertrauen in KI-Analysen
Es gibt immer mehr Tools, die „KI-Analysen“ deiner Website machen.
Problem:
Du weisst nicht, auf welcher Datenbasis die KI eigentlich arbeitet
KI kann veraltete oder falsche Infos verwenden
Menschen neigen dazu, „Wenn KI das sagt, wird es schon stimmen“ zu denken
Besser:
KI-Auswertungen als zusätzlichen Blickwinkel nutzen, nicht als „Richter“
Ergebnisse mit deinen echten Daten (Analytics, Search Console, Leads) abgleichen
Dein eigenes Fachwissen nicht komplett ausblenden
Fallstrick 4: KI-Content ohne rechtliche & fachliche Prüfung
Gerade in sensiblen Bereichen (Steuern, Recht, Gesundheit, Finanzen) kann es schnell heikel werden.
KI-Text klingt überzeugend, ist aber fachlich falsch oder juristisch problematisch
Oder er verspricht etwas, das du gar nicht leisten darfst
Besser:
KI-Text immer als Entwurf sehen
Fachlich & rechtlich prüfen (oder prüfen lassen), bevor du veröffentlichst
Haftungsrelevante Aussagen niemals ungeprüft übernehmen
5. Wie kann eine realistische SEO-Strategie im LLM-Zeitalter aussehen?
Statt KI zu glorifizieren oder zu verteufeln, lohnt sich ein pragmatischer Ansatz – gerade für KMU.
Baustein 1: Stabiles Fundament
Technisch saubere Website (schnell, mobil optimiert, sicher)
Klare Navigation (Start, Leistungen, Über uns, Referenzen, Blog, Kontakt)
Positionierung klar und konsistent formuliert – auf allen Kanälen
Baustein 2: Kundenfragen ins Zentrum stellen
Häufige Fragen sammeln (Telefon, E-Mails, Gespräche)
Für die wichtigsten Fragen eigene Inhalte oder Abschnitte erstellen
FAQ-Bereiche auf relevanten Seiten einbauen
Baustein 3: KI als Werkzeug, nicht als Ersatz
KI für Ideen, Gliederungen, Varianten von Überschriften & Snippets nutzen
Inhalte aber immer auf deine Sprache und deine Erfahrungen zuschneiden
Bei jedem Text fragen: „Steht da wirklich, was ich meinen Kund:innen sagen will?“
Baustein 4: Strukturierte Daten & klare Seitenstruktur
Seiten logisch aufbauen (eine H1, sinnvolle H2/H3, interne Verlinkungen)
Längere, fundierte Beiträge zu deinen Kernthemen erstellen
Baustein 5: Kontinuität statt Panik
SEO ist auch mit KI kein einmaliger „Hauruck“-Job
Lieber regelmässig kleine Verbesserungen als alle paar Jahre ein Grossprojekt
Neue Entwicklungen beobachten – aber nicht jedem Hype hinterherrennen
6. Fazit: SEO + LLMs = mehr Chancen für klare Marken
Die gute Nachricht:
KI nimmt dir nicht automatisch Sichtbarkeit weg – sie verstärkt das Bild, das du ohnehin abgibst.
Wenn deine Website klar, hilfreich und strukturiert ist,→ steigen deine Chancen, in klassischen Suchergebnissen und in KI-Antworten aufzutauchen.
Wenn deine Website unklar, generisch oder widersprüchlich ist,→ wird KI genau dieses Bild reproduzieren.
Gerade als KMU mit einer klaren Spezialisierung hast du jetzt eine grosse Chance:
Du kannst mit überschaubarem Budget eine Webpräsenz aufbauen, die Menschen und Maschinen überzeugt.
Wie ich dich dabei unterstützen kann
Als spezialisierte Webagentur und Nr. 1 Wix-Partneragentur in der DACH-Region helfe ich dir dabei,
deine Website technisch & inhaltlich auf ein solides Fundament zu stellen
eine SEO-Strategie zu entwickeln, die KI & LLMs mitdenkt
und Inhalte so zu strukturieren, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden.
Wenn du wissen möchtest,
wie deine Website im LLM-Zeitalter aktuell dasteht
und welche 2–3 Hebel bei dir den grössten Unterschied machen,
dann buch dir einfach ein unverbindliches Strategiegespräch – und wir schauen gemeinsam, wohin deine SEO-Reise gehen kann.
Link zu Webdesign: Webdesign | Office Helpers Webdesign, SEO und LLM
Link zu SEO: SEO | Office Helpers Webdesign, SEO und LLM
FAQ:
Frage 1: Sind klassische Keywords durch KI und LLMs nicht mehr wichtig?
Antwort: Nein, Keywords sind nicht tot – sie haben nur ihren Kontext geändert. Es geht weniger darum, ein Wort möglichst oft zu wiederholen, sondern darum, Themen und Fragen sinnvoll abzudecken. LLMs orientieren sich daran, ob dein Inhalt eine Frage wirklich beantwortet und für ein Thema insgesamt stimmig ist.
Frage 2: Kann ich meine komplette SEO-Arbeit einfach an KI-Tools auslagern? Antwort: Das wäre keine gute Idee. KI-Tools eignen sich super für Ideen, Struktur und Feinschliff, aber sie kennen dein Business, deine Kund:innen und deine Erfahrungen nicht. Nutze KI als Unterstützung, aber triff die strategischen Entscheidungen selbst – sonst wirkt dein Content schnell generisch.
Frage 3: Woran merke ich, ob meine Website für LLMs „verständlich“ ist?
Antwort: Ein guter Indikator ist, ob sie auch für Menschen verständlich ist: klare Positionierung, strukturierte Inhalte, FAQ-Bereiche und konsistente Aussagen über alle Kanäle. Wenn du das sauber umgesetzt hast und strukturierte Daten wie FAQPage oder Organization verwendest, gibst du LLMs sehr gute Signale.
Frage 4: Lohnt es sich, jetzt schon in SEO mit LLM-Fokus zu investieren?
Antwort: Ja, denn die Grundlagen sind dieselben: klare Inhalte, Struktur, Nutzerfokus. Wer diese Hausaufgaben heute macht, ist besser aufgestellt – egal wie sich KI und Suchmaschinen in den nächsten Jahren konkret weiterentwickeln.
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